Seit ca. Mitte 2005 arbeiten Studenten aus Wien an einer neuen Produktsuchmaschine (esolda.at). Diese baut auf dem sog. 'Semantic-Web', dem 'Next-Generation-Internet' auf, in dem Daten maschineninterpretierbar dargestellt werden und damit intelligente Anwendungen mögl. machen. Die Suchmaschine soll bei der Suche nach Produkten wesentlich besser sein als Google oder andere aktuelle Suchdienste. 'Wenn man ein Handy kaufen will und bei Google zu Suchen beginnt, ist man verloren', sagte einer der Studenten. Wenn ein User ein Handy erwerben möchte und bei Google die Worte 'Handy leicht Kamera billig' eingibt, erhält er alles Mögliche, nur keine Liste über jene Handys, die diese Kriterien erfüllen. Über das herkömmliche Web ist eine solche intelligente Produktrecherche auch nicht möglich. Es braucht strukturierte, maschinen-interpretierbare Daten. Und dies bietet das Semantic-Web. esolda.at baut auf dieser Internettechnologie der Zukunft auf. In der Welt des Semantic Web beschreiben Produzenten und Händler ihre Artikel in einer Form, die es auch Rechnern ermöglicht, den Sinn eines Begriffes zu verstehen, anstatt nur nach einem Keyword zu suchen.
Eine Technologie, die das Online-Shopping sehr verändern wird, könnte man vermuten: Suchmaschinen der Zukunft könnten Millionen Artikel im Web finden und für den Verbraucher vergleichen und analysieren sowie übersichtlich darstellen. Die Informationen dafür kämen nicht aus HTML-Dateien (auf die der User nach wie vor Zugriff hat), sondern würden von den Produzenten in dem vom World-Wide-Web-Konsortium (W3C) standardisierten RDF- und OWL-Format zur Verfügung gestellt. Semantic Web Technologie wird bereits sehr genutzt - allerdings fast nur für interne Unternehmensanwendungen, etwa im Wissensmanagement. Nun steht die Technik angeblich kurz davor, sich auch für unternehmensübergreifende Anwendungen für die Masse zu etablieren. Gibt ein Konsument bei der einer Semantic-Web Suchmaschine z. B. 'Handy' ins Suchfeld ein, fragt die Suchmaschine erst einmal nach wie viel der Nutzer dafür investieren möchte, ob er bestimmte Marken bevorzugt oder ob er etwa ein besonders schmales Handy möchte. Die Suchmaschine spricht dabei die Sprache des pot. Käufers und übersetzt zwischen den Wünschen der Nutzer und den komplexen technischen Produkteigenschaften. Erst nachdem die persönlichen Wünsche des Users klar sind, wird bei den Herstellern nach dem geeigneten Artikel gesucht. Der Nutzer erhält eine Auflistung der gefundenen Modelle, die optimal zu seinen Anforderungen passen. Zu den gefundenen Artikeln erstellt die Suchmaschinen dann ein Ranking von Händlern, die die Ware gerade im Angebot haben.
Zur Zeit müssen jedoch die Studenten noch den Großteil der maschineninterpretierbaren Informationen im RDF-Format aus bestehenden HTML-Seiten gewinnen, da noch nicht viele maschineninterpretierbare Dateien im Internet zugänglich sind. Informationen und Artikelbeschreibungen werden daher heute noch vor allem aus HTML-Dateien mittels automatisierter Webextraktion oder mit Hilfe von Webservices und Data-Retrieval generiert. Viele Organisationen unter Federführung des W3C möchten dies vereinfachen und arbeiten bereits an der Entwicklung von geeigneten Systeme und Standards, in denen die Produktinfos ohne großen Aufwand seitens der Anbieter für Computer verständlich verpackt werden können. Man kann gespannt sein, wie sich diese Suchtechnologie weiterentwickelt.
Web-Infos zum Thema:
Sie interessieren sich generell für Suchmaschinenentwicklung und Suchmaschinenoptimierung? Oder planen Sie ein konkretes Internet-Projekt (Online-Shop, Weblog, CMS, Website)? Gerne beantworten wir Ihre Fragen und unterbreiten Ihnen ein Angebot. Sofort-Kontakt unter Tel. +49 (0) 7221 991 944.