Die marktführende Suchmaschinen Google hat seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2006 mehr als verdoppelt und seine Wettbewerber Yahoo! und Microsoft deklassiert. Dank eines enormen Anstiegs bei den Werbeeinnahmen stieg der Überschuss auf 3,1 Milliarden Dollar an (2,4 Mrd. Euro) gegenüber 1,5 Milliarden Dollar in 2005. Die Aktien von Google reagierten jedoch mit Kursverlusten, weil viele Investoren sich noch bessere Resultate erhofft hatten.
Der Jahresumsatz stieg ebenfalls stark an auf 10,6 Milliarden Dollar gegenüber 6,1 Milliarden in 2005. Der Jahresgewinn pro Aktie betrug 9,94 (5,02) Dollar. Im Schlussquartal konnte der Suchmaschinen-Betreiber den Gewinn sogar verdreifachen. Im Oktober-Dezember-Abschnitt verdiente Google 1,0 Milliarden Dollar nach 372 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Google-Gewinn pro Aktie erreichte 3,29 (1,22) Dollar. Der Quartalsumsatz stieg um 67 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.
Google expandiert stark im Ausland
Konzernboss Eric Schmidt betonte die starke Auslandsexpansion. Man gewinne in nahezu allen Ländern Marktanteile. "Unser internationales Business hat bereits einen wichtigen finanziellen Beitrag zu unserem Umsatz, Gewinn und zu unserer Werbung geleistet", teilte Schmidt in einer Konferenzschaltung mit Analysten mit. Der Auslandsumsatz betrug im Oktober-Dezember-Abschnitt 1,4 Milliarden Dollar und brachte es so auf einen Anteil von 44 Prozent am Gesamtumsatz gegenüber nur 38 Prozent in der entspr. Vorjahreszeit. Die Märkte in Europa hätten im Berichtsquartal aussergewöhnlich gut abgeschnitten, betonte Finanzchef George Reyes. "Speziell Frankreich und Deutschland zeigten erhebliche Stärke, insbesondere im Einzelhandelsbereich", sagte Reyes.
Suchanzeigengeschäft boomt weiter
Die Google-Websites trugen ca. zwei Milliarden Dollar zum Quartalsumsatz bei bzw. 80 Prozent mehr als im Schlussquartal 2005. Sie verbuchten somit 62 Prozent des Gesamtumsatzes. Die auf den Websites der Partnerfirmen (Google Adsense)verbuchten Umsätze wuchsen um 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Google expandiert also mit seinem eigenen Anzeigengeschäft schneller als über die Websites von Partnerfirmen, die Google bezahlen muss. Die Einnahmen, die Google an seine Partnerfirmen abgeben musste, erreichten 976 Millionen Dollar oder 31 Prozent der Werbeeinnahmen. Google hatte am Jahresende 10.674 Mitarbeiter gegenüber 9.378 Vollzeitbeschäftigten am 30. September 2006.
Youtube erst am Beginn
Google versucht jedoch auch stark in andere Werbebereiche vorzudringen, wie in das Print-, Rundfunk-, Video- und Fernseh-Werbegeschäft. Google hat z. B. 1,65 Milliarden Dollar für das Video-Portal YouTube bezahlt. Schmidt betonte, dass die gezielte Werbetechnologie, die Google entwickelt habe, für die Fernseh-, Radio- und Video-Werbung sehr aussichtsreich sei. Bisher ist Google jedoch fast ausschließlich auf die Anzeigen angewiesen, welche neben den Suchergebnissen seiner Kunden erscheinen. Die Firmen, die diese Anzeichen schalten, bezahlen nur, falls ein Surfer diese anklickt.